Kanon in G fĂŒr vier Stimmen, âLieber FreistĂ€dtler, lieber Gaulimauliâ (K. 232)
ëłŒíê° ìë§ë°ì°ì€ ëȘšì°šë„Žíž ì

Mozarts Kanon in G fĂŒr vier Stimmen, âLieber FreistĂ€dtler, lieber Gaulimauliâ (K. 232; auch katalogisiert als Kâ¶ 509a), ist ein weltlicher, humorvoller Tischkanon aus Wien, datiert auf 1787 â als der Komponist 31 Jahre alt war. So kompakt das StĂŒck auch ist, zeigt es doch, wie Mozart privates Musizieren im Freundeskreis in eine kleine Meisterklasse kontrapunktischen Witzes und pointierter Charakterzeichnung verwandeln konnte.
Hintergrund und Kontext
Im Wien der 1780er-Jahre pflegte Mozart einen lebendigen Kreis, in dem Musik nicht nur in Theatern und Salons erklang, sondern unter Freunden auch am Tisch gesungen wurde. Seine Kanons â kurze StĂŒcke, die auf strenger Imitation beruhen â waren fĂŒr solche geselligen AnlĂ€sse ideal: Sie lassen sich in Gesellschaft leicht âanstoĂenâ, sind aber (in Mozarts HĂ€nden) raffiniert genug, um auch beim wiederholten Singen zu gewinnen. Der Eintrag im Köchel-Verzeichnis zu K. 232 verortet das Werk 1787 in Wien und klassifiziert es als Kanon fĂŒr vier gleiche Stimmen; die Echtheit gilt als gesichert, und eine autograph ĂŒberlieferte Quelle ist erhalten.[1]
As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.
Der Text spricht einen âFreistĂ€dtlerâ an und verwendet den spöttischen Kosenamen âGaulimauliâ. Die Forschung bringt dies meist mit Mozarts SchĂŒler und Vertrautem Franz Jakob FreystĂ€dtler in Verbindung â ein Beispiel fĂŒr die Vorliebe des Komponisten, im engsten Kreis liebevoll zu frotzeln.[4] Diese Mischung aus privater Anrede, Insiderwitz und kompositorischer Disziplin ist typisch fĂŒr Mozarts spĂ€te weltliche Kanons â ein Bereich seines Schaffens, weit entfernt vom öffentlichen Prestige der Opern und doch Ă€uĂerst aufschlussreich fĂŒr seine musikalische Persönlichkeit.
Text und Komposition
K. 232 ist als einsĂ€tziger vokaler Kanon in deutscher Sprache fĂŒr vier unbegleitete Stimmen ĂŒberliefert.[2] Die alternative Katalogisierung als Kâ¶ 509a spiegelt die Geschichte der Köchel-Nummerierung und ihrer Revisionen; hĂ€ufig wird als Datierung ânach dem 4. Juli 1787â genannt, was das StĂŒck in Mozarts Wiener Sommer und das gesellige Umfeld einordnet, in dem solche Kanons besonders gediehen.[3]
Obwohl der Kanon kurz ist, kommt dem Text Bedeutung zu: Mozarts Kanons leben oft vom Kontrast zwischen einer gelehrten Kompositionstechnik (strenge Imitation) und ungelehrten bzw. umgangssprachlichen Worten. Anders gesagt: Der SpaĂ verdoppelt sich â man lacht ĂŒber den vordergrĂŒndigen Scherz und bewundert zugleich die Eleganz, mit der er konstruiert ist.
Musikalischer Charakter
Formal ist K. 232 ein Kanon âfĂŒr 4 Stimmen in 1â: Alle SĂ€nger teilen sich dieselbe Melodie und setzen zeitversetzt ein, sodass aus einer einzigen Linie ein vierstimmiger Satz wird.[1] In der AuffĂŒhrung entsteht daraus eine rasche, geschĂ€ftige Polyphonie â Musik, die fĂŒr ihren Text fast âzu ernstâ wirken kann; gerade diese Unstimmigkeit ist Teil des Humors.
Warum verdient dieses bescheidene StĂŒck Aufmerksamkeit? Weil es zeigt, wie Mozart kontrapunktisches Können nicht als akademische Ăbung, sondern als soziale Kommunikation einsetzt. Die straffe Anlage macht den Kanon befriedigend zu singen (jeder Mitwirkende ist zugleich Solist und Begleiter), wĂ€hrend die persönliche Anrede einen Moment Wiener Musikfreundschaft festhĂ€lt â eines der intimsten âDokumenteâ in Mozarts Werkverzeichnis. Und im Kontext der bekannteren Kanons aus den spĂ€ten 1780er-Jahren hilft K. 232, einen charakteristischen Faden in seinem Schaffen nachzuzeichnen: die Verwandlung alltĂ€glichen Musizierens in Kunst, die zugleich gemeinschaftlich, neckisch und technisch makellos ist.[2]
As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.
[1] Köchel-Verzeichnis (International Mozarteum Foundation), work entry for KV/K. 232: dating (Vienna, 1787), scoring (4 equal voices), authenticity/status, and source notes (autograph, early copies/prints).
[2] IMSLP work page: Canon for 4 Voices in G major, K.232/509a â basic catalog data (key, year, language, scoring) and access to public-domain editions.
[3] Wikipedia overview of the Köchel catalogue with an entry line indicating K.232 = Kⶠ509a and a date given as after 4 July 1787 (Vienna).
[4] Leigh Sprague & Marie Cornaz-Steyaert (University of LiĂšge repository): âRiddles and Counterpoint: Mozartâs pupil Franz Jacob FreystĂ€dtler,â discussing FreystĂ€dtler and linking him to the canon K. 232/509a.








