K. 387c

Kammermusik mit Klavier (Fragment) in C (K. 387c) — Fragmentarische Skizze

von Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Kammermusik mit Klavier (Fragment), K. 387c, ist eine unvollendete, vom Tasteninstrument gefĂŒhrte Ensemblenskizze aus seinen Wiener Jahren (datiert 1784–86) und nur als einseitiges Autograph ĂŒberliefert. In Ă€lteren Katalogen lange falsch eingeordnet, wird sie heute am plausibelsten als kammermusikalischer Satz und nicht als Konzertfragment verstanden.

Was bekannt ist

K. 387c ist als kurzes autographes Fragment erhalten—29 Takte—und wird im Köchel-Verzeichnis der Internationalen Stiftung Mozarteum als ĂŒberliefertes, aber unvollendetes Werk gefĂŒhrt.[1] Zwar wurde es in Ă€lteren Nachschlagewerken bisweilen einem Klavierkonzert zugeschrieben, doch die Kommentierung der Neuen Mozart-Ausgabe hĂ€lt diese Zuordnung fĂŒr „sicherlich falsch“ und begrĂŒndet, dass „kammermusikalischer Satz“ die treffendere Bestimmung sei.[2]

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Der gleiche Mozarteum-Eintrag liefert auch die konkretesten Hinweise zur vorgesehenen Besetzung: Tasteninstrument (Clavier), zwei Hörner, zwei Violinen und Bass—eine Kombination, die mit der weiteren spĂ€t-18.-jahrhundertlichen Tradition des Klavierdivertimento bzw. frĂŒhen Triotypen verbunden ist, wobei Mozart hier offenbar lediglich mit diesem Typus experimentierte.[1][2] Das Fragment wird auf Wien, 1784–86 datiert, also auf Mozart im Alter von ungefĂ€hr 28–30 Jahren, in einer Phase, in der seine öffentliche Laufbahn als Pianist-Komponist auf dem Höhepunkt war.[1]

Musikalischer Gehalt

Da nur 29 Takte ĂŒberliefert sind, wirkt K. 387c weniger wie ein vollstĂ€ndig ausgearbeiteter Kammermusiksatz als vielmehr wie ein Einstiegsabschnitt: eine Eröffnungsidee samt unmittelbarer FortfĂŒhrung—genug, um einen geplanten formalen Verlauf anzudeuten, aber nicht ausreichend, um eine vollstĂ€ndige Exposition oder einen ausformulierten thematischen Plan zu bestĂ€tigen. Die in der Quellenbeschreibung nahegelegte Besetzung (Tasteninstrument mit Streichern und Hörnern) verweist auf die Wiener Klangwelt von Mozarts mittleren 1780er Jahren, in der das Klavier typischerweise die FĂŒhrung ĂŒbernimmt und die Begleitstimmen Harmonik, Farbe und rhythmisches Profil gestalten—doch das Fragment bricht ab, bevor ein ĂŒbergeordnetes Konzept eindeutig erkennbar werden kann.[1][2]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV 387c (status, dating, and source description including instrumentation; notes fragment as extant/uncompleted).

[2] Digital Mozart Edition / New Mozart Edition (NMA) VIII/22/2, English preface/commentary discussing the 29-measure autograph fragment KV Appendix 55 (= K. 387c / K6 452b) and rejecting the older ‘piano concerto fragment’ description in favor of ‘chamber music movement’.