Fuge fĂŒr Streichtrio in G (K. Anh.H 12,10)
av Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Fuge fĂŒr Streichtrio in G (K. Anh.H 12,10) ist ein kurzes kontrapunktisches StĂŒck, das mit Wien im Jahr 1782 in Verbindung gebracht wird, als der Komponist 26 Jahre alt war. Die erhaltenen Quellen deuten auf ein unvollstĂ€ndiges Mozart-Original hin, das spĂ€ter von Maximilian Stadler âausgefĂŒhrtâ wurde â sodass Umfang und Autorschaft in der AuffĂŒhrung in ihrer heute gelĂ€ufigen Gestalt teilweise zusammengesetzt erscheinen.
Hintergrund und Kontext
Die Fuge fĂŒr Streichtrio in G (K. Anh.H 12,10) wird gewöhnlich nach Wien, 1782, datiert â Mozarts erstes volles Jahr als freischaffender Komponist in der Stadt, frisch mit Constanze verheiratet und dabei, sich in einem dicht besetzten Musikmarkt mit Unterricht, Subskriptionskonzerten und raschem Komponieren zu behaupten [1]. In derselben Zeit tritt Mozarts private BeschĂ€ftigung mit Ă€lterem Kontrapunkt (besonders Bach und HĂ€ndel) deutlicher in Werken hervor, die eher fĂŒr gelehrtes Musizieren im hĂ€uslichen Rahmen als fĂŒr öffentliche ReprĂ€sentation gedacht waren.
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Was sich mit Sicherheit sagen lĂ€sst, ist bescheiden, aber aufschlussreich: Das StĂŒck ist als Fragment von 37 Takten ĂŒberliefert, das Mozart zugeschrieben wird; die Fortsetzung (bis zu einem deutlich gröĂeren Umfang) stammt von Maximilian Stadler â einem zeitgenössischen Musiker mit enger Verbindung zu Mozarts Umfeld und als âVollenderâ unvollendeter Mozart-Materialien bekannt [2]. Die moderne Katalogisierung fĂŒhrt das Werk unter Mozarts Fragmenten und VervollstĂ€ndigungen, was eine Ăberlieferungsgeschichte widerspiegelt, in der sich der Mozartâsche Kern und spĂ€tere editorische bzw. schöpferische Eingriffe in der heute meist gespielten Fassung nur schwer trennen lassen [1].
Musikalischer Charakter
FĂŒr Streichtrio â Violine, Viola und Violoncello â gesetzt, ist das Werk eine einzelne Fuge in G-Dur [2]. Auf dem Papier zeigt es die Grundlagen fugenhandwerklicher Arbeit: ein Thema, das in einer Stimme vorgestellt und in den anderen beantwortet wird, wobei die drei Instrumente wechselweise als melodische Protagonisten auftreten und zugleich kontrapunktische StĂŒtze liefern.
Selbst in diesem so kompakten Medium ermöglicht die Triobesetzung eine besonders durchsichtige Art von Kontrapunkt. Die Violine kann das Thema in der Oberstimme mit brillanter PrĂ€senz zeichnen, die Viola liefert oft die entscheidende Binnenstimmen-Logik, die die Imitation ĂŒberzeugend macht, und das Violoncello verankert die Struktur, beteiligt sich dabei aber als gleichwertiger thematischer Partner. So gehört die Fuge ganz selbstverstĂ€ndlich zu Mozarts breiterer Wiener Hinwendung zum âgelehrtenâ Satz: nicht akademisch um seiner selbst willen, sondern als Mittel, dramatische Spannung und harmonische Zielgerichtetheit durch Imitation und eng gefĂŒhrte Stimmbewegung zu schĂ€rfen.
[1] Digital Mozart Edition (Mozarteum): NMA table of contents listing the fragment/completion entry for K. Anh. H 12/10 (Fr 1782m)
[2] IMSLP: Fugue in G major, K.443/404b â instrumentation and note that Mozartâs fragment is 37 measures, completed by Maximilian Stadler




