Fuge für vier Sänger in A-Dur (K. Anh.H 12,29)
av Wolfgang Amadeus Mozart

Die sogenannte Fuge für vier Sänger in A-Dur (K. Anh.H 12,29) ist ein kurzes kontrapunktisches Fragment, das mit Mozarts Wiener Jahren in Verbindung gebracht und in Katalogen auf 1782 datiert wird. Obwohl die Urheberschaft unsicher ist, vermittelt es einen Eindruck von jener Art fugierter „Stimmführungsübung“, die Mozarts Arbeit am Tasteninstrument Mitte seiner Zwanzigerjahre begleitete.
Hintergrund und Kontext
1782 hatte sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) im Alter von 26 Jahren gerade erst in Wien etabliert – beflügelt vom Triumph von Die Entführung aus dem Serail (Uraufführung im Juli 1782) und in den Monaten seiner Heirat mit Constanze Weber (August 1782) [2]. In derselben Zeit gruppieren Kataloge mehrere kurze kontrapunktische Skizzen und Fugenfragmente um Mozarts Tätigkeit am Tasteninstrument, darunter ein Stück, das als Fuge in A „für vier Stimmen“ geführt wird (mitunter beschrieben als „für vier Sänger“) [1]. In der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA) erscheint das Werk unter den Fragmenten als notierte Fuge im offenen Partiturbild, was seinen skizzenhaften, studienartigen Charakter betont – eher Übungsmaterial als ein ausgearbeitetes Konzertstück [3].
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Musikalischer Charakter
Obwohl es häufig der Klaviermusik zugerechnet wird, ist die Bezeichnung „vier Sänger“ am treffendsten als „vier unabhängige Stimmen“ im fugierten Satz zu verstehen – Linien, die sich als Sopran, Alt, Tenor und Bass lesen lassen und im offenen Partiturbild notiert sind, nicht in der zweizeiligen Notation einer ausgearbeiteten Klaviersatzschrift [1] [3]. Die Musik bietet eine konzentrierte, akademisch geprägte Ausarbeitung von Imitation in A-Dur: Die Stimmen treten nacheinander ein und verweben sich zu einem dicht kontrollierten kontrapunktischen Gefüge. Am Tasteninstrument gelesen, ähnelt das Fragment jener Art von „auskomponiertem Kontrapunkt“, die Mozart in seinen stärker ausgeführten fugierten Versuchen der frühen 1780er Jahre ebenfalls betrieb – Musik, die ebenso der kompositorischen Disziplin wie dem Klang diente [1].
[1] Mozarteum (KV Digital): entry for K. Anh. H 12,29 (Fr *1782k), describing the Fugue in A (for four voices) and noting alternate descriptions.
[2] Encyclopaedia Britannica: Mozart biography (Vienna in 1782; Die Entführung aus dem Serail; marriage to Constanze Weber).
[3] Digital Mozart Edition (DME), Neue Mozart-Ausgabe (NMA) table of contents: NMA X/30/4 listing Anh. H 12/29 (385n; 1782k) as a fugue in open score among fragments.




