Fuge für Streichquartett in d-Moll (Fragment), K. Anh.H 14,21
di Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Fuge für Streichquartett in d-Moll (K. Anh.H 14,21) ist nur als unvollständige Skizze aus Wien überliefert und wird allgemein auf etwa 1782 datiert. Für zwei Violinen, Viola und Violoncello gesetzt, scheint sie eher den Ansatz einer gelehrten kontrapunktischen Idee zu bewahren als einen aufführbaren Quartettsatz.
Was bekannt ist
Unter der Katalogbezeichnung K. Anh.H 14,21 ist lediglich ein kurzes, unvollständiges Fragment einer Fuge für Streichquartett (zwei Violinen, Viola, Violoncello) überliefert. Der Eintrag im Köchel-Verzeichnis bezeichnet es schlicht als „fragment of a fugue for quartet in d“ und nennt als ältere Querverweisung „K. Appendix 76 (417c).“ [1]
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In der digitalisierten Neuen Mozart-Ausgabe (NMA) ist das Stück unter Mozarts Fragmenten überliefert, wo es ebenfalls als Fragment einer Quartettfuge geführt wird; die Katalogzeile der NMA spiegelt zudem die allgemeinere editorische Unsicherheit hinsichtlich Datierung und Kontext wider. [2] Obwohl die Besetzung der eines Quartetts entspricht, bringen manche Katalogtraditionen die Skizze eher mit beiläufigen Bühnenzusammenhängen als mit einem eigenständigen Kammermusikwerk in Verbindung—eine plausible Deutung, wenn man bedenkt, wie häufig Mozart in Wien zu Beginn der 1780er Jahre kurze kontrapunktische Studien und „einfügbare“ Materialien entwarf.
Musikalischer Gehalt
Das Erhaltene lässt sich am besten als der Anfang einer Fuge verstehen: Ein knappes Thema in d-Moll wird vorgestellt und unmittelbar imitatorisch verarbeitet, wobei die Textur auf vier selbstständige Stimmen (dem Quartettmedium entsprechend) zielt. In dieser verdichteten Eröffnung deutet die Skizze auf Mozarts Denken im stile antico (älterer, „gelehrter“ Kontrapunkt), jedoch durch seine Wiener Sprache gefiltert—direkt, motivisch eng geführt und auf klare Einsätze hin orientiert, weniger auf ausgreifende Entwicklung.
Da die Notation abbricht, bevor eine vollständige Exposition erreicht ist und bevor ein kadenzierender Abschluss erfolgt, gibt das Fragment keinen vollständigen Formplan preis (etwa eine auskomponierte Fuge mit Episoden und späterer Engführung). Sein Hauptwert liegt vielmehr darin, einen Blick auf Mozart—etwa sechsundzwanzigjährig und gerade in Wien etabliert—zu erlauben, wie er im kleinen Maßstab den Klang strenger Imitation im Streichersatz erprobt, in einer Phase, in der kontrapunktisches Handwerk zu einem zunehmend hörbaren Bestandteil seines reifen Stils wurde.
[1] Mozarteum Foundation (Köchel-Verzeichnis Online): work entry for K. Anh.H 14,21 (fragment of a fugue for string quartet in D minor).
[2] Digital Mozart Edition (Neue Mozart-Ausgabe online): table of contents entry listing the fragment as “Fragment of a fugue for quartet in d … K. Anh. H 14/21”.




