Drei Klavierkonzerte nach J. C. Bach (K. Anh.A 29)
av Wolfgang Amadeus Mozart

Die Drei Klavierkonzerte nach Johann Christian Bach (K. Anh.A 29) sind eine unsichere Gruppe früher, konzertant angelegter Stücke, die mit Mozarts Salzburger Jahren um 1770 in Verbindung gebracht werden, als er etwa vierzehn war. Sie stehen der Musik des „Londoner Bach“ (Johann Christian Bach) sehr nahe und legen eher Bearbeitung, Anpassung oder Abschrift nahe als eine völlig eigenständige konzertante Erfindung.
Hintergrund und Kontext
1770 hielt sich Mozart in Salzburg auf, reiste jedoch mit seinem Vater Leopold zeitweise in Italien (die erste Italienreise begann im Dezember 1769 und dauerte bis 1771). In diesen Jahren nahm der junge Komponist den modischen Klavierstil ebenso begierig in sich auf, wie er Kontrapunkt studierte, und Johann Christian Bach – den Mozart einige Jahre zuvor in London kennengelernt hatte – blieb ein wichtiges Vorbild für elegantes, kantables Klavierschreiben.
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K. Anh.A 29 ist als „3 Concerti for Piano after J.C. Bach“ katalogisiert – eine Bezeichnung, die bereits die Abhängigkeit von Bachs Musik nahelegt und grundlegende Fragen nach Urheberschaft und dem Umfang von Mozarts Anteil am Material offenlässt.[1] In der Praxis sind die am besten dokumentierten „Konzerte nach J.C. Bach“ in Mozarts Umfeld die drei Bearbeitungen, die als K. 107 bekannt sind: Sie beruhen auf Sonaten Johann Christian Bachs und wurden zu Klavierkonzerten mit Streicherbegleitung erweitert.[2][3]
Musikalischer Charakter
Soweit Quellen zugänglich sind, gehören diese „nach Bach“ benannten Konzerte in die galante Konzertwelt: klare periodische Phrasierung, eine eingängige Melodie in der rechten Hand über einem tragenden Bass und eine Brillanz, die eher in flüssiger Passagenarbeit als in dramatischem Konflikt liegt. Typischerweise wechselt der Solist in solchen Stücken mit den Streichern in kurzen Tutti-Blöcken und antwortenden Episoden, sodass selbst einfache Klavierfiguren, von anhaltendem Streicherklang gerahmt, ein öffentliches, rhetorisches Profil gewinnen.
Das Vorbild für diese Art zu schreiben liegt sehr nahe an Johann Christian Bachs eigener Klangsprache für Tasteninstrument und Streicher; und im vergleichbaren K.-107-Zyklus bleibt der Klavierpart weitgehend Bach, während die orchestrale Dimension Mozarts Akt widerspiegelt, ein Tastenwerk in eine konzertante Textur zu „verwandeln“.[3]
Stelle im Köchelverzeichnis
K. Anh.A 29 lässt sich am besten als Zeugnis von Mozarts frühem, praktischen Umgang mit geschätzter zeitgenössischer Klaviermusik verstehen – Musik, die er studieren, aufführen und anpassen konnte – und weniger als gesicherter Grundpfeiler seiner originären Reihe von Klavierkonzerten. Die Verbindung mit Johann Christian Bach verankert die Stücke fest in der stilistischen Ausbildung von Mozarts Jugend, in der die Beherrschung der galanten Manier Voraussetzung für die spätere, individuellere Meisterschaft im Konzert war.
[1] Köchel catalogue entry line identifying “Anh.A 29 … 3 Concerti for Piano after J.C.”
[2] Mozarteum (Köchel Verzeichnis): K. 107 III, concerto arrangement after J.C. Bach sonata (work page; illustrates the well-attested ‘after J.C. Bach’ concerto arrangements)
[3] IMSLP: 3 Concertos, K. 107 (after J.C. Bach) — overview and source access for the closely related, documented set




