Das Veilchen (K. 476): Mozarts Goethe-Lied in G-Dur
볼프강 아마데우스 모차르트 작

Das Veilchen ("The Violet"), K. 476, ist Mozarts bekanntestes Lied für Singstimme und Tasteninstrument, das er am 8. Juni 1785 in Wien in seinen eigenen thematischen Katalog eintrug. Entstanden im Alter von 29 Jahren, nimmt es in seinem Schaffen eine Sonderstellung ein: als seltenes, psychologisch waches Goethe-Vertonung Johann Wolfgang von Goethes – ja, als seine einzige erhaltene Goethe-Vertonung.
Hintergrund und Kontext
Mozarts Lieder (Lieder) stehen oft im Schatten seiner Opern, geistlichen Werke und Konzerte; doch gerade im Wien der mittleren 1780er Jahre entstand eine kleine, konzentrierte Gruppe deutscher vokaler Miniaturen, gedacht für den intimen Vortrag und nicht für das Theater. Das Veilchen gehört in diese private, salonhafte Welt – Musik für eine einzelne Stimme, getragen vom Tasteninstrument – und zielt doch weit über bloße häusliche Unterhaltung hinaus.
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Der Text stammt von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) und ist seinem Singspiel Erwin und Elmire entnommen (das Gedicht selbst datiert aus der Mitte der 1770er Jahre). Mozarts Hinwendung zu diesem Gedicht ist bezeichnend: Es ist ein Drama im Kleinen, das von pastoraler Unschuld über Begehren zu einer jähen Katastrophe führt. In einer Zeit, in der das deutsche Lied noch häufig strophisch angelegt war (jede Strophe mit derselben Musik), verlangte eine solche Miniatur-Erzählung nach einer beweglicheren musikalischen Antwort.[1]
In Mozarts eigenem Werkverzeichnis ist das Stück eindeutig auf Wien datiert, und seine Echtheit ist hervorragend gesichert.[1] Auch das Autograph ist erhalten; es bewahrt Details von Mozarts Notation (darunter die Tempobezeichnung Allegretto) und bestätigt die praxisnahe Besetzung für Singstimme und Klavier.[2]
Text und Komposition
Goethes Gedicht erzählt von einem Veilchen, das bescheiden auf einer Wiese steht und kurz davon träumt, von einer Schäferin bemerkt und gepflückt zu werden – nur um schließlich zertreten zu werden. Die Pointe ist verstörend: Das Veilchen „freut sich“, unter den Füßen der Geliebten zu sterben. Mozart verschärfte den moralischen Stachel, indem er eine Zeile hinzufügte, die bei Goethe nicht steht – „Das arme Veilchen!“ („Armes Veilchen!“) – und danach noch einmal die zarte Anfangsphrase aufgreift.[1][3]
Obwohl im Umfang klein, zeigt das Stück Mozart als dramatischen Denker. Anstatt die drei Strophen in identischem musikalischem Gewand zu präsentieren, komponiert er das Lied durchkomponiert – das musikalische Material verändert sich mit der Situation des Gedichts –, sodass jede Wendung der Handlung klanglich wie „inszeniert“ wirkt.[3]
Das Lied hatte zudem ein konkretes Nachleben in der Druckkultur. Es erschien 1789 in Wien zusammen mit Abendempfindung, K. 523, als „zwei deutsche Arien“ für Gesang mit Tastenbegleitung – ein Hinweis darauf, wie solche Stücke zwischen den Kategorien Lied, Arie und Salonstück zirkulieren konnten.[1]
Musikalischer Charakter
Beim ersten Hören kann Das Veilchen trügerisch schlicht wirken: eine kantable Gesangslinie, eine leicht gesetzte Begleitung und ein klarer Rahmen in G-Dur. Seine Besonderheit liegt darin, wie ökonomisch Mozart aus diesen Grundelementen Charakter und Handlung formt.
Das Klavier eröffnet mit einer kurzen Einleitung, die wie ein sanfter „Vorhangheber“ wirkt; danach erzählt die Singstimme ungekünstelt, fast volksliedhaft. Doch Mozart hält die Stimmung nicht statisch. Mit dem Auftreten der Schäferin und der sich steigernden inneren Fantasie des Veilchens werden Harmonik und Bewegungsdrang ereignisreicher; die tonale Schattierung (einschließlich einer schmerzlichen Wendung ins Moll) zeichnet den emotionalen Umschlag des Gedichts von Unschuld zu Sehnsucht nach.[3]
Am bemerkenswertesten ist Mozarts Behandlung des Schlusses. Der Tod kommt abrupt – für ein so kleines Lied beinahe schockierend – und der hinzugefügte Ausruf „Das arme Veilchen!“ durchbricht für einen Moment den Erzählrahmen: als könne der Komponist (oder der Vortragende) sich einen menschlichen Kommentar nicht verkneifen.[1] Die Rückkehr der Anfangsidee nach diesem Eingriff schließt nicht nur die Form; sie rückt die ganze Geschichte in ein neues Licht – als Erinnerung an Zärtlichkeit, nun vom Schatten der Ironie überzogen.
Im größeren Kontext von Mozarts Schaffen lässt sich Das Veilchen neben den großformatigen Leistungen des Jahres 1785 leicht übersehen. Gerade deshalb verdient es Aufmerksamkeit: In wenigen Minuten bündelt Mozart die Fähigkeiten des Opernkomponisten – Timing, Charakterzeichnung und emotionale Überraschung – in das verdichtete Format eines Liedes. Für Hörerinnen und Hörer, die sich für die Vorgeschichte des Kunstlieds des 19. Jahrhunderts interessieren, liefert es ein überzeugendes Argument dafür, dass Mozart, wenn er es wollte, deutsche Dichtung nicht als bloßen Vorwand für Melodie behandelte, sondern als Theater im Kleinformat.[4]
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[1] Köchel-Verzeichnis (Mozarteum): work entry for KV 476 with dating (Vienna, 8 June 1785), instrumentation, publication note (1789 with K. 523), and comment on Mozart’s added final line.
[2] British Library Archives & Manuscripts Catalogue: Zweig MS 56 autograph score description for Mozart’s ‘Das Veilchen’ (K 476), including key and tempo marking.
[3] Wikipedia: overview of ‘Das Veilchen’ (K. 476) including through-composed form and narrative-related tonal/structural notes; confirms Mozart’s added concluding line.
[4] Oxford Academic (The Master Musicians: Mozart): contextual discussion of Mozart’s Vienna years (1785) noting *Das Veilchen* as his best-known song and only Goethe setting.








