Arien (verschollen), K. 644
von Wolfgang Amadeus Mozart

Arien (verschollen), K. 644 bezeichnet eine kleine, heute nicht mehr erhaltene Gruppe von BĂŒhnenarien, die angeblich aus Wien des Jahres 1768 stammen, als Wolfgang Amadeus Mozart zwölf Jahre alt war. Der Eintrag ist vor allem als Spur im Katalog ĂŒberliefert, und die Zuschreibung gilt gemeinhin als zweifelhaft.
Mozarts Leben in dieser Zeit
1768 hielt sich Mozart mit seiner Familie in Wien auf â ein frĂŒhreifer ZwölfjĂ€hriger in einer Opernmetropole, in der der italienische Stil das modische Theater- und höfische Musikleben dominierte [1]. K. 644 wird traditionell in diese Wiener Phase eingeordnet und knapp als verschollene Arien beschrieben â Material, das möglicherweise fĂŒr einen bestimmten Anlass oder eine bestimmte SĂ€ngerin bzw. einen bestimmten SĂ€nger geschrieben und spĂ€ter verstreut oder weggeworfen wurde [2]. Da keine Partitur erhalten ist und der Eintrag selbst keinen verlĂ€sslichen musikalischen Fingerabdruck bietet, wird das Werk hĂ€ufig als in seiner Echtheit (oder zumindest in seiner Ăberlieferung) zweifelhaft betrachtet, statt als gesichertes Mozart-StĂŒck [3].
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Musikalischer Charakter
Zu Arien (verschollen), K. 644 ist keine notierte Musik ĂŒberliefert, und die erhaltene Dokumentation bewahrt nicht einmal ein Incipit, Tonart, Besetzung oder eine Textunterlegung [2]. Aus diesem Grund lĂ€sst sich der musikalische Charakter seriös nicht ĂŒber allgemeine Wahrscheinlichkeiten hinaus beschreiben: Ist die Zuschreibung tatsĂ€chlich zutreffend, gehörten die Arien vermutlich zu dem italianisierenden Vokalsatz, den Mozart damals in sich aufnahm â klare Periodenbildung der Melodie, sĂ€ngerfreundliche Figuration und ein unkomplizierter harmonischer Rhythmus, jene Art von Handwerk, die er in seinen Kinderarien bereits erprobte [1]. Entwicklungsgeschichtlich ist K. 644 daher am ehesten als schattenhafter Wegweiser innerhalb dieser frĂŒhen Lehrjahre im BĂŒhnenkomponieren zu verstehen â und weniger als ein Werk, das wir als Musik bewerten könnten.
[1] International Mozarteum Foundation (Köchel Verzeichnis): background note on Mozartâs early aria production (including Vienna 1767â68) on the KV page for a related aria sketch.
[2] Stanley Sadie (ed.) / Cliff Eisen biography PDF (Kingâs Research Portal): notes on Mozartâs activity in Vienna in 1768 and mentions that several arias from that period are apparently lost.
[3] Deutsche Grammophon: âMozart 225 â Doubtful Authenticityâ (context for the category of doubtful/spurious Mozart attributions).




