K. 644

Arien (verschollen), K. 644

di Wolfgang Amadeus Mozart

Portrait of Mozart aged 13 in Verona, 1770
Mozart aged 13 at the keyboard in Verona, 1770

Arien (verschollen), K. 644 bezeichnet eine kleine, heute nicht mehr erhaltene Gruppe von Bühnenarien, die angeblich aus Wien des Jahres 1768 stammen, als Wolfgang Amadeus Mozart zwölf Jahre alt war. Der Eintrag ist vor allem als Spur im Katalog überliefert, und die Zuschreibung gilt gemeinhin als zweifelhaft.

Mozarts Leben in dieser Zeit

1768 hielt sich Mozart mit seiner Familie in Wien auf – ein frühreifer Zwölfjähriger in einer Opernmetropole, in der der italienische Stil das modische Theater- und höfische Musikleben dominierte [1]. K. 644 wird traditionell in diese Wiener Phase eingeordnet und knapp als verschollene Arien beschrieben – Material, das möglicherweise für einen bestimmten Anlass oder eine bestimmte Sängerin bzw. einen bestimmten Sänger geschrieben und später verstreut oder weggeworfen wurde [2]. Da keine Partitur erhalten ist und der Eintrag selbst keinen verlässlichen musikalischen Fingerabdruck bietet, wird das Werk häufig als in seiner Echtheit (oder zumindest in seiner Überlieferung) zweifelhaft betrachtet, statt als gesichertes Mozart-Stück [3].

Musikalischer Charakter

Zu Arien (verschollen), K. 644 ist keine notierte Musik überliefert, und die erhaltene Dokumentation bewahrt nicht einmal ein Incipit, Tonart, Besetzung oder eine Textunterlegung [2]. Aus diesem Grund lässt sich der musikalische Charakter seriös nicht über allgemeine Wahrscheinlichkeiten hinaus beschreiben: Ist die Zuschreibung tatsächlich zutreffend, gehörten die Arien vermutlich zu dem italianisierenden Vokalsatz, den Mozart damals in sich aufnahm – klare Periodenbildung der Melodie, sängerfreundliche Figuration und ein unkomplizierter harmonischer Rhythmus, jene Art von Handwerk, die er in seinen Kinderarien bereits erprobte [1]. Entwicklungsgeschichtlich ist K. 644 daher am ehesten als schattenhafter Wegweiser innerhalb dieser frühen Lehrjahre im Bühnenkomponieren zu verstehen – und weniger als ein Werk, das wir als Musik bewerten könnten.

[1] International Mozarteum Foundation (Köchel Verzeichnis): background note on Mozart’s early aria production (including Vienna 1767–68) on the KV page for a related aria sketch.

[2] Stanley Sadie (ed.) / Cliff Eisen biography PDF (King’s Research Portal): notes on Mozart’s activity in Vienna in 1768 and mentions that several arias from that period are apparently lost.

[3] Deutsche Grammophon: “Mozart 225 – Doubtful Authenticity” (context for the category of doubtful/spurious Mozart attributions).