K. 613b

Allegro fĂŒr Streichquintett in Es-Dur (Fragment), K. 613b

von Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Allegro fĂŒr Streichquintett in Es-Dur (K. 613b) ist ein kurzes, erhaltenes BruchstĂŒck eines geplanten Viola-Quintetts (2 Violinen, 2 Bratschen, Violoncello), wahrscheinlich in Wien entstanden, als der Komponist etwa 30 Jahre alt war. Was ĂŒberliefert ist, ist zu knapp, um als vollstĂ€ndiger Satz zu gelten; dennoch eröffnet es einen Einblick in Mozarts kammermusikalisches Denken in einer Phase, in der sein Wiener Stil besonders dialogisch und harmonisch wendig war.

Was bekannt ist

Das Werk ist als unvollendeter, authentischer „Quintettsatz“ in Es-Dur fĂŒr 2 Violinen, 2 Bratschen und Violoncello ĂŒberliefert – jene fĂŒr Wien so typische Streicherquintett-Besetzung Mozarts. Der Katalog der Internationalen Stiftung Mozarteum verzeichnet es als Fragment (K. 613b); das erhaltene Material wird als Partitur beschrieben und mit einer kurzen Autographenquelle in Verbindung gebracht. Der Eintrag ordnet es zudem in Mozarts spĂ€tes Wiener Interesse am Streichquintett als Gattung ein.[1]

As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.

Die Datierung ist in modernen Nachschlagewerken nicht ganz eindeutig: Der Mozarteum-Katalog verbindet das Fragment mit Wien und setzt es in die Mitte der 1780er Jahre (wobei Ă€ltere Katalog-Querverweise auf 1786 weisen), wĂ€hrend die Werkseite bei IMSLP – entsprechend ihren eigenen zusammengetragenen Metadaten – ein spĂ€teres Datum nennt. Praktisch gesehen ist die sicherste Aussage, dass das Fragment in Mozarts Wiener Zeit gehört und nur in einem sehr kurzen Umfang erhalten ist, ohne gesicherte Hinweise auf eine vollendete Fortsetzung oder eine gĂ€ngige auffĂŒhrungspraktische Ausgabe.[1][2]

Musikalischer Gehalt

Erhalten ist nur ein einleitendes Allegro-Fragment, offenbar als Beginn eines klassischen ersten Satzes gedacht: Die Seite deutet einen raschen, bejahenden Anfang in Es-Dur an, wobei die EnsemblefĂŒhrung bereits im Sinne von Mozarts reifen Kammerwerken verteilt ist – weniger „Solostimme mit Begleitung“ als vielmehr fĂŒnfstimmige Konversation, mit natĂŒrlichem Interesse der Binnenstimmen, das den beiden Bratschen besonders entgegenkommt.[1]

Selbst in diesem unvollstĂ€ndigen Zustand ist die Wahl von Es-Dur aufschlussreich: In Mozarts Wiener Kammermusik lĂ€dt diese Tonart oft zu einem weiten, warmen Klang und zu einem großzĂŒgig ausgehörten mittleren Register ein – genau jener Raum, in dem die zusĂ€tzliche Bratsche die Harmonik anreichern kann. Im Kontext seines Wiener Schaffens der 1780er Jahre erscheint K. 613b am plausibelsten als Werkstattmaterial fĂŒr ein Streichquintett-Projekt und nicht als in sich geschlossenes GelegenheitsstĂŒck: ein fesselnder Anfang, abgebrochen, bevor die Musik zu einer formalen Kadenz gelangen kann.

[1] International Mozarteum Foundation (Köchel Verzeichnis): KV 613b work entry (status, key, scoring, transmission notes, NMA references)

[2] IMSLP: String Quintet in E-flat major, K.Anh.82/613b (page metadata and scan listing from Neue Mozart-Ausgabe)