K. 440b

Allegro assai fĂŒr BlĂ€ser in B-Dur (Fragment), K. 440b

di Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Allegro assai fĂŒr BlĂ€ser in B-Dur (Fragment), K. 440b, ist eine unvollendete Wiener Skizze aus dem Jahr 1785 – nur ein einziges erhaltenes Blatt, doch geschrieben fĂŒr einen ungewöhnlich dunklen, milden BlĂ€serchor aus zwei Klarinetten und drei Bassetthörnern. Das StĂŒck gehört in die Welt der Wiener Harmoniemusik, jenes anspruchsvollen BlĂ€serrepertoires fĂŒr drinnen wie draußen, das Mozart in der Mitte der 1780er Jahre am konsequentesten pflegte.

Hintergrund und Kontext

1785 war Mozart 29 Jahre alt und auf dem Höhepunkt seines Wiener Schwungs; er balancierte sein öffentliches Leben als Pianist und Komponist mit einem stetigen Strom an kammermusikalischen und orchestralen Projekten. K. 440b wird in diesem Jahr in Wien datiert und ist als autographes Fragment ĂŒberliefert – ein „unvollendetes Werk“, dessen ursprĂŒnglicher Zweck (ein eigenstĂ€ndiger Satz, ein geplantes Divertimento bzw. eine Serenade oder etwas eher Gelegenheitsbezogenes) sich aus der erhaltenen Quellenlage nicht mehr erschließen lĂ€sst.[1]

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Klar ist jedoch die von Mozart gewĂ€hlte Klangfarbe. Das Köchel-Verzeichnis nennt die Besetzung als zwei Klarinetten und drei Bassetthörner – eine fĂŒnfstimmige Mischung aus der Klarinettenfamilie, die auf jene warmen, verschleierten Farben vorausweist, die Mozart spĂ€ter mit außergewöhnlicher Raffinesse ausschöpfen sollte (am berĂŒhmtesten in seiner reifen Schreibweise fĂŒr Bassetthorn und Klarinette).[1]

Musikalischer Charakter

Überliefert ist nur der Anfang eines Allegro assai, daher mĂŒssen weitergehende Aussagen zur Satzanlage vorsichtig bleiben. Dennoch sprechen schon die Wahl von B-Dur (eine „blĂ€serfreundliche“ Tonart) und die homogene Instrumentation fĂŒr Musik, die weniger als konzertantes SchaustĂŒck denn als dialogisches Ensemblespiel gedacht ist – Linien, die weitergereicht, verdoppelt oder ĂŒber Registerabstufungen eingefĂ€rbt werden können, um innerhalb einer einzigen Instrumentenfamilie wechselndes Hell-Dunkel zu erzeugen.[1]

Da das Fragment keinen vollstĂ€ndigen Formverlauf bewahrt, hört man es am sichersten als Einblick in den Arbeitsprozess: Mozart hĂ€lt thematisches Material und texturale PrĂ€missen fest – Einsatz, Tempoempfinden und charakteristische Figurierung – ohne jene spĂ€teren Stadien (vollstĂ€ndige Exposition, DurchfĂŒhrung, Reprise oder eine Schlussgruppe), die eine verlĂ€ssliche formale Einordnung erlauben wĂŒrden.

Stellung im Werkverzeichnis

K. 440b steht in der Tradition von Mozarts Wiener BlĂ€serdivertimenti und Serenaden, jedoch in Miniaturform: ein einzelner schneller Satz statt einer mehrsĂ€tzigen Unterhaltungsmusik. Insofern ergĂ€nzt es die bekannteren großformatigen BlĂ€serserenaden der frĂŒhen bis mittleren 1780er Jahre, indem es Mozart auf demselben Terrain zeigt – in einer fragmentarischeren, tastenden Arbeitsform.[1]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV 440b (dating, key, fragment status, instrumentation, autograph transmission).