2 Kanons in F für 3 Stimmen im Einklang; 14 Kanons in F für 2 Stimmen im Einklang (K. Anh.H 11,19–26)
av Wolfgang Amadeus Mozart

Die Sammlung, die unter dem Titel 2 Canons in F for 3 voices in 1; 14 Canons in F for 2 voices in 1 (K. Anh.H 11,19–26; auch überliefert als K. 508a) bekannt ist, ist eine kleine Gruppe unbegleiteter Vokalkanons, die mit Wien im Jahr 1786 in Verbindung steht, als Mozart 30 Jahre alt war. Die Quellen verknüpfen sie mit didaktischen „Intervallkanons“ und mit Mozarts Umfeld, doch bleiben genaue Autorschaft und Anlass ungewiss [1].
Hintergrund und Kontext
Diese Kanons gehören zur geselligen – und mitunter pädagogisch geprägten – Kultur des Kanonsingens, die in Mozarts Wien blühte. Die Sammlung wird allgemein auf die Zeit nach dem 3. Juni 1786 datiert und mit Wien in Verbindung gebracht; damit liegt sie in derselben Phase wie mehrere andere kurze Kanons in F (einige ausdrücklich mit Thomas Attwood, Mozarts englischem Schüler, verknüpft) [1]. In modernen Nachschlageverzeichnissen ist die Gruppe unter K. 508a überliefert und als „2 Kanons in F für drei Stimmen im Einklang“ plus „14 Kanons in F für zwei Stimmen im Einklang“ beschrieben – eine Formulierung, die bereits auf einen Kompilationscharakter hinweist: eine Handvoll singbarer Miniaturen neben einer systematischen Reihe von Intervallübungen [2].
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Musikalischer Charakter
Auf dem Papier wirkt K. 508a weniger wie ein einzelnes „Werk“ als vielmehr wie ein Dossier strenger, schnörkelloser Kanontechniken. Die beiden dreistimmigen Stücke sind Kanons „im Einklang“ (im Unisono), die einfachste Art strenger Imitation: Eine Stimme ist notiert, und die folgenden Stimmen setzen mit derselben Melodie auf derselben Tonhöhe ein – so entsteht mit minimalem Material unmittelbar dreistimmiger Kontrapunkt [1].
Die längere Folge ist eine Sammlung von Intervallkanons – Kanons in festgelegten Intervallen (Sekunde, Terz, Quart, Quint, Sext, Septime; aufwärts und abwärts) – und damit gewissermaßen ein kompaktes Verzeichnis, wie sich ein einziges Thema verhält, wenn die Antwort nicht im Unisono, sondern auf einem anderen Ton der Tonleiter erfolgt [1]. In F-Dur wird dies zu einer praktischen Lektion in Konsonanz und kontrollierter Dissonanz: Enge Intervalle (Sekunden und Septimen) verlangen erhöhte Aufmerksamkeit für betonte Reibungen und deren Auflösung, während Quarten und Quinten das Gefüge von selbst stabilisieren. Wie groß auch immer Mozarts genauer Anteil an der Zusammenstellung gewesen sein mag – der musikalische Gehalt passt zu seiner Wiener Praxis, gelehrten Kontrapunkt als lebendige, soziale Musik zu behandeln: etwas, das sich ebenso selbstverständlich singen lässt, wie es sich „lösen“ lässt.
[1] Digital Mozart Edition (Mozarteum): Neue Mozart-Ausgabe, NMA III/10 “Canons” table of contents—entries for K. 508a including the “two canons” and “fourteen interval canons,” dated after 3 June 1786.
[2] IMSLP work page: “Canons for 2 or 3 Voices, K.508a” — basic cataloging, scoring, and overview of the compilation as transmitted under K. 508a.




