12 Variationen in Es-Dur über „La belle Françoise“, K. 353 (1778)
ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Mozarts 12 Variationen in Es-Dur über „La belle Françoise“ (K. 353) entstanden 1778 in Paris, als der 22-jährige Komponist den Geschmack der Stadt für modische Melodien und klangvolle Tastenbrillanz in sich aufnahm. Aufgebaut auf einem weithin bekannten französischen Lied, verwandelt der Zyklus eine unscheinbare Melodie in eine kompakte Demonstration von Witz, Klangtextur und pianistischer Souveränität – ein aufschlussreicher Blick darauf, wie Mozart zugleich als Virtuose und als Dramatiker dachte.
Hintergrund und Kontext
Mozarts Pariser Aufenthalt (Frühjahr bis früher Herbst 1778) war eine Zeit scharfer Gegensätze: die Aussicht auf berufliches Fortkommen in Europas glänzendster Hauptstadt – und zugleich die anhaltende Frustration, keine feste Anstellung zu finden, sowie die private Trauer um den Tod seiner Mutter Anna Maria im Juli. In diesem Umfeld bot der Variationszyklus fürs Tasteninstrument ein anpassungsfähiges „öffentliches“ Genre – leicht genug für Hausmusik und Verkauf, und dennoch geeignet, kompositorische Raffinesse vorzuführen.
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Paris der späten 1770er Jahre pflegte einen unersättlichen Appetit auf Bearbeitungen, Potpourris und Variationen über populäre Melodien. Mozarts Wahl eines französischen Liedes („La belle Françoise“) war daher nicht bloß opportunistisch, sondern zeugte von kluger Marktkenntnis. K. 353 gehört zu einer kleinen Gruppe Paris-bezogener Klavierwerke und steht neben anderen Variationsprojekten aus dem Jahr 1778, die sich ähnlich mit aktuellem Theater- und Liedrepertoire auseinandersetzen.[1][2]
Komposition
Das Werk ist als Zwölf Variationen in Es-Dur über „La belle Françoise“ für Soloklavier katalogisiert, K. 353 (auch unter der Zusatznummer K. 300f bekannt), und wird mit Mozarts Aufenthalt in Paris 1778 in Verbindung gebracht.[1] Während manche Referenztraditionen für bestimmte Variationszyklen abweichende Datierungen überliefert haben, verorten die moderne Katalogdarstellung und die breitere wissenschaftliche Diskussion von Mozarts Pariser Variationspraxis K. 353 in diesem Kontext des Jahres 1778.[1][2]
Als Solowerk für Tasteninstrument wäre es auf den Instrumenten spielbar gewesen, die Mozart in Paris zur Verfügung standen – Cembalo und das zunehmend bedeutende Fortepiano. Notation und musikalische Rhetorik zielen jedoch weniger auf schiere Lautstärke als auf Klarheit: saubere Artikulation, präzise Ornamentik und schnelle Registerwechsel.
Form und musikalischer Charakter
Die Anlage ist übersichtlich: ein Thema gefolgt von 12 Variationen. Das Interessante liegt jedoch in Mozarts Fähigkeit, jedes kleine Tableau wie eine eigene „Szene“ wirken zu lassen, während harmonischer und formaler Rahmen leicht nachzuvollziehen bleiben.
Hörerinnen und Hörer werden mehrere wiederkehrende Strategien bemerken:
- Texturvielfalt als Drama. Mozart wechselt das „Kostüm“ der Melodie – mal wird sie zu einer kantablen rechten Hand mit diskreter Begleitung, mal zerlegt er sie in rasche Figuration oder verlagert das Gewicht zwischen den Händen. Das ist Variation nicht als bloßer Zierrat, sondern Variation als Charakterisierung.
- Ornament als Syntax. Die Verzierungen wirken oft wie Satzzeichen im Sprechen: Doppelschläge, Durchgangsnoten und kurze Läufe markieren Kadenzen und helfen dem Ohr, zu erkennen, wo die Phrasen des Themas beginnen und enden.
- Tastenbrillanz mit Maß. Selbst wenn die Schreibweise athletischer wird, wirkt sie selten wie leere Schaustellung. Die Passagenarbeit stützt meist den Phrasenbau und die harmonische Zielrichtung – ein Ansatz, der Mozarts spätere, berühmtere Variationszyklen vorwegnimmt.
Die letzte Variation trägt die Bezeichnung Presto und sorgt für einen hellen, abschließenden Auftrieb: ein gewohntes „beschleunigtes“ Finale, das den Zyklus mit virtuoser Energie entlässt und zugleich klassisches Gleichmaß und Proportion wahrt.[3]
Warum verdient K. 353 heute Aufmerksamkeit? Gerade weil es Mozart zeigt, wie er in einem bescheidenen, modischen Format arbeitet und dennoch unverwechselbar er selbst klingt. Die melodische Vorlage mag schlicht sein, doch Mozarts Behandlung ist fein gearbeitet: Phrasenschlüsse sind mit theatralischem Timing geformt, und die besten Variationen erwecken den Eindruck spontaner Erfindung – als improvisiere der Komponist am Tasteninstrument, eine Kunst, für die er schon damals berühmt war.
Rezeption und Nachwirkung
K. 353 hat nie die allgemeine Berühmtheit der Variationen über „Ah, vous dirai-je, Maman“ (K. 265) erreicht, nimmt jedoch in Mozarts Klavierwerk einen wichtigen Platz ein – als Beleg seiner auf Paris gerichteten Vielseitigkeit: Er konnte den lokalen Geschmack bedienen, ohne seine handwerkliche Qualität zu verwässern. Pädagogisch bleibt das Werk ebenfalls wertvoll – seine Folge von Texturen (kantabel, figurativ, brillant) lädt Spielerinnen und Spieler dazu ein, Artikulation, Balance und Ornamentik im Stil der Klassik zu üben.
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Für Ausführende und Hörende bietet das Stück eine konzentrierte Möglichkeit, Mozarts „öffentliche“ Pariser Persona am Klavier zu erleben: elegant, modisch wach, und – unter dem Charme – mit scharfem Formbewusstsein. Im Kleinen zeigt K. 353, wie Mozart eine Melodie, die Paris bereits kannte, in etwas verwandeln konnte, das sich noch immer frisch komponiert anfühlt.
楽譜
12 Variationen in Es-Dur über „La belle Françoise“, K. 353 (1778)の楽譜をVirtual Sheet Music®からダウンロード・印刷
[1] Internationale Stiftung Mozarteum: Köchel-Verzeichnis entry for KV 353 (title, scoring, catalogue details, NMA reference).
[2] Doctoral dissertation (University of North Texas, 2016) discussing the popularity of variations in Paris and citing Mozart’s Paris-based variation sets including K. 353.
[3] Wikipedia: overview of *Twelve Variations on “La belle Françoise”* (basic description and tempo marking for the final variation).







